Samstag, 10. Juli 2010

Die verlorenen Schuhe Gina Mayer


Foto: Thienemann

Der Thienemann Verlag war so nett und hat mir dieses Jugendbuch zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank dafür.

Als sie sich im Winter 1944/45 erstmals begegnen, liegen Welten zwischen Inge aus Schlesien und Wanda aus Polen. Inges Gedanken kreisen um die nahe Zukunft: das Abitur, das Konservatorium und die bevorstehende Eheschließung mit Wolfgang von Brandt. Die Folgen des Krieges registriert sie höchstens am Rande, die Fremdarbeiter auf dem elterlichen Gut nimmt sie kaum wahr. Wanda dagegen hat den Krieg bereits hautnah erlebt: Wie es ihrer Familie geht, weiß sie nicht. Die Deutschen haben sie aus Krakau verschleppt, die Zukunft liegt bereits hinter ihr. Alle Kraft konzentriert sie auf das Hier und Jetzt, jedes Fehlverhalten kann tödlich sein. Als die Rote Armee naht, müssen Inge und Wanda ihren Weg nach Westen gemeinsam finden. Das Überleben der einen liegt in der Hand der anderen.

Für ihren Roman hat Gina Mayer viele Zeitzeuginnen befragt. Eines dieser Interviews ist im Anhang abgedruckt.

Dieses Jugendbuch ist ein historischer Roman ab 13 Jahren.

Diese Geschichte handelt von zwei Mädchen und wie sie den zweiten Weltkrieg erleben.
Inge ist die Tochter eines Gutherren in Schlesien, sie geht aufs Konservatorium und will nach Kriegsende den Soldaten Wolfgang heiraten. Inge ist sehr verwöhnt und überheblich.
Wanda wurde von den Deutschen aus Polen verschleppt und ist nun Fremdarbeiterin auf dem Hof von Inges Vater. Auch Wanda stammt aus gutem Hause aber das interessiert nun niemanden mehr. Sie muss schwer arbeiten um sich ihr tägliches Brot zu verdienen.
Als 1944 die Russen in Schlesien einmarschieren, müssen alle Flüchten. Inge wird durch einen unglücklichen Zufall von ihrer Familie getrennt und trifft auf dem Gut nur noch Wanda an. Zusammen flüchten sie nun in Richtung Dresden.
Die Beiden freunden sich nach und nach an, sie merken, dass sie besser vorankommen, wenn sie zusammenhalten.
Auf ihrer Flucht lernen sie viele Leute kennen, diese sind nicht immer freundlich zu ihnen. Der Krieg hat die Menschen verändert, jeder ist sich selbst am nächsten und will einfach nur überleben. Zum Glück nimmt das Ganze aber für Inge und Wanda ein positives Ende, sie können beide einen Neuanfang starten.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist authentisch und spannend geschrieben. Man merkt, dass die Autorin mit vielen Zeitzeugen gesprochen und deren Erlebnisse im Roman umgesetzt hat.
Manche Szenen sind, meiner Meinung nach, für ein Jugendbuch ab 13 Jahren etwas zu realistisch geschildert. Aber vielleicht braucht es auch diese Realität um Aufzurütteln und zum Nachdenken zu bewegen.
Ich denke, dieses Buch wäre auch eine gute Lektüre für den Schulunterricht. Die wenigsten Teenager haben noch Zeitzeugen in der Familie, die ihnen von ihren Kriegserlebnissen erzählen können.
Sehr gut fand ich auch das Glossar am Ende des Buches. Hier wurden viele Begriffe aus dem Dritten Reich erklärt.
Ich gebe ein klares Empfehlenswert.

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