Samstag, 24. Juli 2010

Hummeldumm Tommy Jaud


Foto: Scherz Verlag

Nachdem A. dieses Buch vor mir gelesen hat und aus dem lachen nicht mehr raus kam, musste ich es auch undegingt lesen.

»Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich saß in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.«

Wer an allem schuld ist, ist für Matze sowieso klar: seine Freundin Sina. Während er in endlosen Verhandlungen die neue Eigentumswohnung klargemacht hat, sollte sie einfach nur »irgendwas« buchen. Hat sie auch. Doch musste dieses »irgendwas« ausgerechnet eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia sein, ein Land, in dem jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet? Was hat er denn verbrochen, dass man ihn nun täglich in einen Kleinbus voller Bekloppter sperrt, um ihn dann zu österreichischen Schlagern über afrikanische Schotterpisten zu rütteln? Und warum stolpert er bei minus zwei Grad in einem albernen Wanderhut über die Dünen der Kalahari, statt auf Mallorca ein Bierchen zu schlürfen? Als Matze dann noch daran erinnert wird, dass die sicher geglaubte Wohnung an andere Käufer geht, wenn er nicht sofort die fünftausend Euro Reservierungsgebühr überweist, hat er gleich noch drei neue Probleme: Das nächste Internetcafé ist fünfhundert Kilometer entfernt, der Handyakku plattgedaddelt und das einzige Ladegerät fest in österreichischer Hand.

»Ich drücke meine Nase ans Busfenster und blicke hinaus ins weite Land. Die Namibier winken uns und lachen. Klar lachen sie, sie sind ja frei. Wir nicht. Wir sind die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit.«


Matze lässt seine Freundin den gemeinsamen Urlaub buchen und muss nun mit ihr auf eine 2wöchige Rundreise durch Namibia.
Schön und gut, wären da nicht die nervigen Mitreisenden und die vergessene Reservierungsgebühr für die gemeinsame Eigentumswohnung.

Da sein Handyakku leer ist und er auch keine Internetverbindung hat, macht er sich auf die verzweifelte Suche nach einem passenden Netzadapter.

Ich fand dieses Buch sehr unterhaltsam. Wie A. kam auch ich aus dem Lachen nicht mehr raus. Die Situationskomik ist aber auch zu treffend dargestellt und unterhaltsam ausgeschmückt. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Durch die ichperspektive kann man sich gut in Matze Klein hineinversetzten und sich mit ihm auf die Suche nach einem passenden Netzadapter begeben.

Ein schönes Buch um sich damit zu entspannen.

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