Samstag, 4. Juni 2011

“Trudi oder Die Liebe eines Dienstmädchens” Gertrud Bosshard

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Bildquelle: Zytglogge Verlag

Gertrud Bosshard lässt Trudi ihre Lehr-und Wanderjahre als Dienstmädchen erzählen. Tapfer, aber mit Stolz geht sie ihren schwierigen Weg – mit kalten Füssen zwar, aber mit einem warmen Herzen. Ihre Geschichte berührt durch feinen Humor und unerschütterlichen Optimismus.

Als junges Mädchen nimmt Trudi die Stelle eines Dienstmädchens an. Zusammen mit ihrer älteren Schwester fährt sie mit der Eisenbahn ins Welschland um dort ihre Stelle anzutreten. Im Zug wird sie auf eine Gruppe Männer aufmerksam. Einer, schon etwas älter, mit dunklen Augen, fällt ihr besonders auf. Auf dem Bahnhof wechseln sie noch wenige Worte. Trudi geht diese Begegnung nicht mehr aus dem Kopf. Sie nimmt so manche Stelle an, erlebt Enttäuschungen und Kummer. Sie reist auf der Suche nach einer guten Anstellung und einem anständigen Zeugnis durch die Schweiz und wird oft von ihren Dienstherren ausgenutzt. Frierend und hungrig geht sie oft zu Bett aber diese schönen, dunklen Augen haben ihr gut gefallen und gehen ihr auch Jahre später nicht mehr aus dem Sinn.  Zwei Mal denkt sie, dass sie diesen Mann noch einmal gesehen hat, ist sich aber nicht sicher. Doch eines Tages, als sie sich schon ganz krank gearbeitet hat, bekommt sie eine gute Anstellung und lernt den Besitzer dieser dunklen Augen endlich kennen.

Mir hat die Geschichte der jungen Trudi sehr gut gefallen.Diese Geschichte ist in der Ich-Form und mit viel schweizer Mundart geschrieben, das ist zwar etwas schwieriger zu lesen, hatte aber einen unwiderstehlichen Charme. Die Figur der Trudi ist sehr sympathisch beschrieben, eine liebe und hilfsbereite Person, die sich auch viel gefallen lässt und dennoch sehr intelligent und selbstbewusst ist. Trotz der vielen traurigen Szenen wurde Trudis Geschichte sehr humorvoll erzählt. Das Leben der Frauen in den 30er Jahren war um so vieles schwieriger als in der heutigen Zeit und Trudi hatte es nicht immer leicht. Ich habe sehr mit der Protagonistin mitgefühlt und gewünscht, dass es zu einem glücklichen Ende kommt.

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