Mittwoch, 7. September 2011

“Drift” Michel Bozikovic

image Bildquelle: Klett-Cotta Verlag

 

Gerade von seiner Freundin getrennt, klaut der 19-jährige Julien das Auto seiner Mutter und fährt in einem Höllentrip an die Front in Kroatien. Er will seinem Leben einen Sinn geben oder ihm ein Ende setzen. Jahre später interviewt ihn dazu der abgehalfterte Journalist Martin, der seine große Chance als Schriftsteller wittert. Eine dunkle Wallfahrt ins ehemalige Jugoslawien.

In einer Kurzschlusshandlung klaut der 19-jährige Julien das Auto seiner Mutter und fährt nach Kroatien. Dort will er im Krieg kämpfen und den Liebeskummer vergessen. Obwohl die Fahrt nach Kroatien durch einige Zwischenfälle unterbrochen wird, kommt der junge Mann doch ans Ziel und wird Scharfschütze in einer Aufklärungseinheit. In Kroatien kämpfen auch Frauen an der Front und in eine dieser Frauen verliebt er sich unsterblich, erfühlt sich so wohl und lebendig, wie lange nicht mehr. Jahre später lässt er seine Erlebnisse noch einmal Revue passieren und gibt dem drogensüchtigen Journalisten Martin ein Interview. Martins Leben ist durch die Trennung von seiner Freundin gerade aus den Fugen geraten, er ist arbeitslos und drogensüchtig und hofft nun, mit Juliens Geschichte auf den großen Durchbruch als Autor.

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, die Geschichte von Julien und seinen Erlebnissen auf dem Weg nach Kroatien und als Scharfschütze, Martins Geschichte, wie er seine Freundin verliert und langsam aber sicher im Drogenrausch versinkt und die Gegenwart, in der Martin und Julien sich treffen, zusammen Drogen nehmen und das Interview für Martins Buch aufnehmen. Der Sprung zwischen den verschiedenen Geschehnissen ist sehr unübersichtlich, wie ich finde, und man muss sich da sehr lange einlesen um den Durchblick zu bekommen. Es ist nicht immer gleich ersichtlich, um wessen Erlebnisse es sich handelt. Der Schreibstil ist auch sehr seltsam, finde ich. Während Martins Szenen in normaler Sprache erzählt werden, werden Juliens Szenen auch in der dritten Person erzählt, er macht das wohl, um Abstand von den grausamen und brutalen Kriegserlebnissen zu bekommen aber der Stil  ist doch sehr gewöhnungsbedürftig und machte mir keinen großen Spaß zu lesen. Viele Szenen wurden dadurch doch recht langatmig und  obwohl die Story sehr brutal und realistisch erzählt wird verlor sie durch diesen Schreibstil doch sehr an Spannung. Ich musste mich wirklich mit viel Mühe durch die 319 Seiten kämpfen. Das Thema an sich, über Drogen, Alkohol, Frauengeschichten, Selbstmitleid, Suizid  und Krieg finde ich eigentlich recht interessant und hätte mir deshalb viel mehr von diesem Buch erwartet. Der Klappentext las sich sehr vielversprechend und wirklich sehr interessant, meine Erwartungen konnten aber leider nicht erfüllt werden und ich bin sehr enttäuscht von “Drift”. Mich konnte dieser Roman nicht überzeugen.

Ich kann aus diesem Grunde leider nur stars2 für “Drift” vergeben.

Ich bedanke mich für dieses Rezensionsexemplar bei Blogg dein Buch.

Dieses Buch kann man hier bestellen: KLICK

1 Kommentar:

  1. entspricht der Persönlichkeit des Autors ;).... durchgeknallt ist der und wahrscheinlich selbst auf koks... (kenne ihn persönlich)

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